Am 4.2.2020 um 19:15 wiederholt Deutschlandfunk unser Feature "Passagen der Erinnerung". Jetzt als Teil 1 einer DLF-Reihe: Dekolonisiert Euch!

Im Vordergrund eine Scherbe, im Hintergrund eine Malerei von LaVaughn Belle

Passagen der Erinnerung

Das koloniale Erbe Dänemarks in der Karibik

Zucker war das Weiße Gold für den Aufschwung der Neuen Welt im 18. Jahrhundert, der transatlantische Dreieckshandel war sein Motor und die ehemals Dänisch-Westindischen Inseln in der Karibik waren als Kolonie äußerst profitabel. Problematisch dagegen ist die Erinnerung an die Sklavenwirtschaft auf den Zuckerrohrplantagen. Die Dänen haben 1917 die Inseln samt Einwohnern an die USA verkauft und wollten damit einen Schlusspunkt setzen. Viele Nachfahren der ehemals versklavten Afrikaner wiederum suchen die Wurzeln ihrer Identität.

Wie recherchiert ein Afro-Karibe, was auf der berüchtigten Mittelpassage verloren ging, als seine Vorfahren über den Atlantik verschleppt wurden? Welche Quellen der Erinnerung gibt es für einen Dänen in Kopenhagen? Und wie bringt das Dänisch-Westindische Archiv, das jetzt mit Millionen Dokumenten online geht, beide zusammen? Das Feature zeigt Umrisse einer postkolonialen Erinnerungskultur und beobachtet Menschen auf den Passagen ihrer Erinnerung.

Produktion DLF 2017

Regie Axel Scheibchen

Redaktion Wolfgang Schiller



Demo von Almen Modstand in Aarhus

Gemeinnütziger Widerstand

Die Dänen und der Ghettoplan ihrer Regierung

In Dänemark veröffentlicht die Regierung jedes Jahr eine sogenannte Ghettoliste. Als Ghetto gilt ein Wohngebiet mit über 1000 Bewohnern mehrheitlich aus dem nichteuropäischen Ausland. Der Bildungsstand ist niedrig, die Arbeitslosigkeit hoch. Eigentlich ist ihre Zahl durch Infrastrukturmaßnahmen stetig zurückgegangen, dennoch plant die Regierung, bis zum Jahr 2030 alle „Ghettos“ zu beseitigen. Sie propagiert soziale Mischung statt Parallelgesellschaft. Aber es regt sich Widerstand. Denn geplant ist auch, tausende gemeinnützige Wohnungen abzureißen. Dabei wohnt jeder fünfte Däne gemeinnützig. Sie trauen dem Ghettoplan nicht.

Produktion SWR2 2019

Regie Karin Hutzler

Redaktion Wolfram Wessels



Deutsche Cli-Fi-Titel

Sind wir noch zu retten?

Der Klimawandel im deutschen Roman

In der Literatur zeigt der Klimawandel Gesicht. Die Literaten kommen nicht mehr am Thema vorbei und selbst die Germanisten nähern sich dem gefährlichen Gebiet.

Das gelingt ihnen über den theoretischen Ansatz des Ecocriticism, ein Import aus Übersee, der Wissenschaft und Literatur, Kunst und Engagement verbindet. Und diese ökokritische Bewegung nimmt globale Züge an: Amis, Briten und Australier sind schon lange aktive Climate Writer, hier ein Link zu einem NZZ-Artikel aus unserer Werkstatt. Und jetzt gibt es auch Climate Fiction in deutscher Sprache: Science Fiction Texte und Ökothriller, vermehrt auch Klimawandelromane und sogar Wissenschafts-Fantasy. Climate Fiction ist angesagt. Über diese Literatur sprechen in unserem neuen Radiofeature bei DLF Kultur die Germanistin Gabriele Dürbeck, der Begründer des deutschen Ökothrillers Dirk C. Fleck und die Schriftsstellerin Karen Duve. Außerdem stellen wir einige der jüngsten Klimaerzählungen in deutscher Sprache vor.

DLF Kultur Zeitfragen-Feature

Produktion DLF Kultur 2019

Regie Klaus-Michael Klingsporn

Redaktion Martin Hartwig